FMEA freiwillig und mit Lust? oder nur mit Frust? 

Kennen Sie das: "oh Mann, schon wieder Stress, kann nicht in Ruhe arbeiten, ständig werde ich rausgerissen, und nun auch noch FMEA-Sitzung. Mal schauen, was diesmal dabei rauskommt."

Oder gilt eher "Super, jetzt können wir mal wieder zeigen, was wir können. Wir haben schon so manch Euro eingespart durch unsere Analyse. Ich freu mich auf die nächste Analysen und ihre Ergebnisse."

Beide Sichtweisen sind, je nach Arbeitsbelastung, in jedem von uns aktiv. Die Frage ist nur, welche der beiden Seiten wollen Sie bevorzugen? 

Nachfolgend eine Liste mit hilfreichen Literaturempfehlungen. 

 

Hinweise für Moderatoren
Ein Modell zur Erklärung der affektiven Hemmung von Aktivitäten in firmen-internen FMEA-Arbeitskreisen

Die im Zusammenhang mit FMEA wesentlichen Bereiche eines Unternehmens sind Entwicklung, Planung, Produktion und Qualitätsmanagement.

Nach Maja Storch und Julius Kuhl (2010)* hat jeder Mensch auf Grund bisheriger Lebens- und Lernerfahrungen bevorzugte Arbeitsweisen, die in engem Zusammenhang mit dem Verstand und dem emotionalen Erfahrungsgedächtnis stehen.

Wichtig für unsere Überlegung ist das Denkmodell, das auf den Forschungen von Kuhl basiert:

Erklärungsmodell für die Widerstände im Umgang mit FMEA
Energetischer Umgang mit FMEA

Entwickler denken anders als Produktionsverantwortliche, und die wieder anders als Planer. Fehler zu suchen ist für Produktionsverantwortliche und Planer in der Regel nicht so einfach wie für Entwickler und QM-Mitarbeiter. Jede Arbeitsweise ist mit energetischem Aufwand verbunden. Das hat logische Konsequenten für das FMEA-Team.

Zu einem erfolgreichen FMEA-Team gehören Experten, die sich in ihren Denk- und Arbeitsstilen ergänzen. 

Weil der Wechsel zwischen den Denkstilen mit Aufwand verbunden ist, sollte jedes Teammitglied ein klares Rollenverständnis und Verantwortung für das eigene Thema haben. Der Wechsel von einem Denkstil zu einem komplementären ist mit relativ geringem energetischem Aufwand machbar. Der Wechsel zu einem anderen dagegen kostet Zeit und Kraft, zu Lasten der Gesamtleistung im Team. Bedeutet also für das Team: Entwickler können auch QM, QMler können auch Entwicklung (in der Regel: Entwicklung von Prüfstrategien, Prüfungen, Tests, etc.), Planer können auch Produktion (sie planen ja die Produktion), Produktion kann und muss auch planen (sonst wird das nichts mit den Produkten zur richtigen Zeit in der richtigen Menge). Diese zusätzlichen Expertisen lassen sich dann in den FMEA-Sitzungen sinnvoll nutzen, weil sich die komplementären Denkstile ergänzen.

Dagegen sollten Moderatoren es vermeiden, Entwickler nach den spezifischen Produktionsplanungen oder zur Produktion selbst im Detail zu befragen; bzw. die Produktionsmitarbeiter zur Entwicklung des Produkts.

Das bedeutet also für die Teamzusammensetzung:

  • zur D-FMEA braucht es Moderator, Produktentwickler, QMler. evtl. Produktionsverantwortliche
  • zur P-FMEA braucht es Moderator, Produktionsverantwortlichen, Planer, QMler, Werkzeugentwickler, evtl. Produktentwickler (um Erkenntnisse aus der P-FMEA in die D-FMEA übernehmen zu können)

Vielleicht kennen Sie es aus eigener Erfahrung?

 

Fazit: achten Sie darauf, dass in Ihren FMEA-Runden jeder Fachbereich entsprechend des Fortschritts dabei ist. Oder sprechen Sie Themen an, die jeweils aus Produktion und Planung oder Entwicklung und Fehlersuche stammen. 

Es gibt auch Ausnahmen: die guten Moderatoren.

Ein guter FMEA-Moderator ist es gewohnt, abhängig von seinem jeweiligen Gesprächspartner, den Denkstil zu wechseln und sich so auf das Produkt und den Prozess einzustellen

 

Hilfreiche Inhalte, um mit Prokastination und Aufschieberitis fertig zu werden. Sehr empfehlenswert.

Wie viele unangenehme Pflichten fallen Ihnen auf Anhieb ein? Aufgaben, die Sie am liebsten abgeben würden, Arbeiten, die Ihnen schon lange im Nacken sitzen und täglich Ihr schlechtes Gewissen von Neuem anstoßen? Regelmäßig wiederkehrende Pflichten wie die FMEA, das Abarbeiten von Ablage oder den Gang ins Fitnessstudio? Gegen Aufschieben gibt es viele Strategien, von denen viele nur bedingt helfen. Julia Weber und Johannes Storch verfolgen einen völlig neuen Ansatz, abseits von Regeln, Listen und Ratschlägen. Die Autoren zeigen, wie man eine ganz persönliche Strategie entwickeln und umsetzen kann. Das funktioniert deshalb, weil Sie Ihre Aufgaben, Ihre persönlichen Fallen, Illoyalitäten, Abhängigkeiten und Hindernisse kennen und entsprechend bearbeiten können. Sie entwickeln, wenn Sie wollen, Ihre ganz persönliche Strategie gegen das tägliche Hinausschieben. Die beiden Autoren und ZRM-Trainer zeigen Ihnen auf vergnügliche und leichte Art, wie Sie Ihr Unbewusstes nutzen können, um künftig souverän und motiviert mit Ihren Aufgaben umzugehen.

  

Wolf packt La(h)ma: Wie Sie die Dinge zügig anpacken und konsequent erledigen

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Ausreden finden sich immer, Schuld sind immer die anderen.

Ausreden finden sich immer, Schuld haben die anderen, Verantwortung lässt sich wegdrücken. Nicht selten wird aus "man müsste mal ..." ein "hätten wir bloß ...", allzu oft auch im Zusammenhang mit FMEA. Dominic Multerer gibt klare Hinweise und Strategien, wie aus dem "man müsste mal" ein "wir tun es" werden kann.

Dieses Buch ist ein Impuls und Augenöffner. Sehr empfehlenswert

 

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Werkerfehler? In der Regel zu unspezifisch!

Ein Einflussfaktor innerhalb von nicht vollständig automatisierten Produktionsprozessen ist der Mensch. Viel zu oft wird innerhalb von Prozess-FMEAs das Systemelement Mensch / Werker / Einrichter / Prüfer / Transporteur mit der Fehlerursache "Werkerfehler" beschrieben; bei gleichzeitiger Definition von "Werkerschulung" als Vermeidungsmaßnahme. 

Bei der nachhaltigen Vermeidung von erkannten Fehlerursachen spielen nicht nur Arbeitswissenschaften eine Rolle, sondern auch die Technik, die Organisation und natürlich das Personal. Gleichzeitig wird hier gezeigt, dass die Humanisierung der Arbeitswelt, sinnvoll durchgeführt, erhebliche Effekte auf das Fehlergeschehen und damit auf die Fehlerkosten hat.

Dieses Buch stellt die Human-FMEA vor und gibt eine konkrete Anleitung zur Umsetzung. Ein in der Regel unterschätztes Thema ist der Praxistransfer. Beschrieben sind hier viele Arbeitshilfen und ausführliche Praxisbeispiele, um den Transfer in die eigene Praxis zu erleichtern.

 Human-FMEA: Menschliche Handlungsfehler erkennen und vermeiden

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Kennen wir die notwendigen Funktionen und die möglichen Fehlfunktionen?

Viele Anforderungen und Funktionen sind in den Lastenheften bzw. Zeichnungen beschrieben. Leider nicht alle, so dass die Kreativität der Beteiligten gefordert ist. Hilfreich sind Formulierungen, die den Stand den Technik beschreiben. 

Die Konstruktion gilt als Königsdisziplin des Ingenieurs – speziell das Denken in Funktionen und Anforderungen. Dieses Buch enthält eine Fülle von Beispielen an Funktionen, die für die FMEA von herausragender Bedeutung sein können. Ein Nachschlagewerk, dass in keiner technischen Bibliothek fehlen darf. Das Standardwerk für Konstrukteure, Moderatoren und technische Interessierte. Sehr empfehlenswert.

Handbuch Konstruktion

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wenn's mal nicht klappt mit dem Team

 Und wenn's mal nicht auf Anhieb klappt mit der Teambildung oder wenn die Zusammenarbeit mal schwieriger ist als gedacht: das reteaming®-Konzept von Ben Furman und Tapani Ahola ermöglicht Einblicke, Verständnis und Veränderung.

Wir selbst haben das reteaming®-Konzept direkt erlebt, mit wunderbarem Erfolg. In diesem Buch werden die Grundlagen des lösungsfokussierten Team-Coachings dargestellt. Der Workshop-Teil kann direkt helfen, Team-Probleme besser zu managen. Das Konzept ist seit vielen Jahren erprobt, in vielen Sprachen rund um den Globus. Sehr hilfreich ist die Darstellung des gesamten Beratungsprozesses, damit Moderator und Teammitglieder direkt ein konkretes Werkzeug zur Hand haben. 
Sehr hilfreiches Arbeitsbuch für Moderatoren

Lösungsorientiertes Team-Coaching

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 Haben wir die richtigen Mitarbeiter?

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre FMEAs von den besten Mitarbeitern durchgeführt werden? Mit der ABC-Strategie von Knoblauch und Kurz die besten Mitarbeiter finden und halten. Gute Unternehmensführung kann man auf zwei Fragen reduzieren: Wie finde ich gute Mitarbeiter? Und: Wie halte ich diese? Die Autoren zeigen, wie mit einem neunstufigen Mitarbeiterauswahlprozess der Anteil von Top-Mitarbeitern von 30 auf 90 Prozent erhöht werden kann. Dafür müssen Unternehmen beispielsweise immaterielle und materielle Anreize optimal kombinieren. In dieser aktualisierten und komplett bearbeiteten Neuauflage geben die Autoren wertvolle Tipps zum Umgang mit sozialen Netzwerken. 

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FMEA-Teammitglieder sind auch nur Menschen.
Denkfehler, und wie man sie vermeidet

Unser Gehirn ist für das Leben als Jäger und Sammler optimiert. Heute leben wir in einer radikal anderen Welt. Das führt zu systematischen Denkfehlern – die verheerend sein können für unsere Finanzen, unsere Karriere, unser Glück. Rolf Dobelli nimmt die tückischsten »Denkfallen« unter die Lupe, in die wir immer wieder tappen.

Und so erfahren Sie

  • warum wir unser eigenes Wissen systematisch überschätzen (und andere für dümmer halten, als sie sind),
  • warum etwas nicht deshalb richtiger wird, weil Millionen von Menschen es für richtig halten,
  • warum wir Theorien nachhängen, selbst wenn sie nachweislich falsch sind.

Allein aus diesen Gründen kann es hilfreich sein, das eigene Wissen und die eigene Strategie für FMEAs zu überprüfen.

52 Denkfehler, die besser andere machen. Das Buch liefert klare Hinweise, warum es zum Beispiel es besser sein kann, eine FMEA nicht zu kopieren, sondern neu aufzusetzen.

Amüsant und hilfreich, wenn man seine eigenen Handlungsstrategien überprüft.

 

 

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Natürlich gibt es auch Hinweise zur FMEA-Literatur

Nach eigener Recherche bietet allein Amazon mit das Stichwort "FMEA" über 350 Einträge an.

Hier nur einige, ohne Anspruch auf Vollständigkeit

FMEA in Büchern

 
Ausgabe August 2020

 

Ältere Literatur, als Einstieg geeignet:

          

 

FMEA als e-Book oder in Kindle-Form

 

 

Weitergehende Literaturempfehlungen für gelungene FMEAs

Zu einer guten Vorbereitung gehört auch das Wissen über die jeweiligen technischen Möglichkeiten und was es sonst noch so gibt im Umfeld FMEA. Hier einige Empfehlungen, die hilfreich sein können, um FMEAs optimal zu gestalten.

Spritzguss

Vor dem ersten Spritzguss müssen natürlich die Spritzgießmaschinen erstellt und abgenommen werden. 

Ein hilfreiches Buch zur Abnahme der Maschinen ist

 

Immer noch aktuell, obwohl aus 2007: Injection Molding

 

 

IT- und Software-Projekte

FMEA ist nicht nur in Projekten mit handfesten Materialien hilfreich, sondern in allen Projekten und Prozessen, denn: Fehler Machen Eigentlich Alle"

 

 

Projektmanagement

Hilfreich, wenn mal wieder alles zuviel wird und Aufgaben liegen bleiben.

 

 

Ein Grundlagenwerk zum PM, das jeder mindestens gelesen haben sollte 

 

Risikomanagement

FMEA ist nur eine Methode zur Risikoerkennung und -minimierung. Weiter Methoden und Praktiken finden Sie hier: